Endlich direkt zum EKZ: Der neue Radweg am Wachtbergring kommt
Ab Mitte 2026 ist das Wachtberger EKZ am Wachtbergring (K58) sicher mit dem Rad erreichbar. Der Rhein-Sieg-Kreis schließt mit einem neuen Fuß- und Radweg gefährliche Netzlücken, erhöht die Sicherheit und leistet einen Beitrag zum Klimaschutz.

Als die K58 – lokal besser bekannt als Wachtbergring – als Ortsumgehung Richtung Ahr gebaut wurde, hielt man einen begleitenden Radweg noch für überflüssig. Spätestens mit dem Bau des Gewerbeparks, des Einkaufszentrums (EKZ) und des zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) im Jahr 2004 hätte sich diese Einschätzung ändern müssen. Seit nunmehr über zwei Jahrzehnten konzentrieren sich dort die wesentlichen Versorgungs- und Infrastruktureinrichtungen Wachtbergs.
Doch der Weg war steinig: Der ADFC Wachtberg biss beim zuständigen Rhein-Sieg-Kreis zunächst auf Granit, als er forderte, dass ein solches Zentrum für die anliegenden Dörfer auch zu Fuß und mit dem Rad direkt und sicher erreichbar sein muss. Erst mit dem Beitritt des Kreises zur Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte und Kreise im Jahr 2016 setzte ein Umdenken ein.
Lückenschluss im Wachtberger Radnetz
2004 gelang es der Gemeinde Wachtberg zusammen mit dem ADFC, ein lokales Radnetz mit zehn Routen und einem Rundweg auszuweisen und weitgehend zu beschildern. Ausgerechnet die Routen zum EKZ konnten mangels Infrastruktur jedoch nicht realisiert werden. Dieses Problem wird mit der geplanten Fertigstellung des Radwegs Mitte 2026 gelöst:
- Aus Ließem und Gimmersdorf: Erreichbar über den bereits autofreien Berkumer Weg (Fahrradstraße / Route 2).
- Aus Villiprott und Villip: Ab Sommer 2026 über den neuen kombinierten Fuß- und Radweg (Route 4).
- Aus Holzem: Eine sichere Verbindung über den Wachtberg, ohne gefährliche Abschnitte auf der K58 oder das Ausweichen auf unbefestigte Waldpfade.
Damit verbleibt nur noch die Route 10 (Lannesdorf über Ließem/Gimmersdorf nach Villip) auf der Liste der noch zu realisierenden Projekte des ursprünglichen Netzes.
Kosten und Nutzen im Vergleich
Oft wird gerade bei der Radinfrastruktur intensiv über die Kosten debattiert. Die veranschlagten 650.000 Euro für den neuen Radweg kommen nicht nur Radfahrenden, sondern auch Fußgängern zugute. Ein Vergleich rückt diese Summe ins rechte Licht: Die Sanierung des bloßen Straßenbelags der K58 zwischen der L158 und dem Kreisel Villip kostete Schätzungen zufolge etwa 1,7 Millionen Euro. Im Bauausschuss wurden im Februar 2026 zudem Tiefbaumaßnahmen für Straßensanierungen in Höhe von 6,2 Millionen Euro vorgestellt – wohlgemerkt ohne Neubauten.
Es ist eine einfache Rechnung: Autos und LKW belasten den Asphalt massiv und machen teure Sanierungen in kurzen Abständen nötig. Rad- und Fußwege hingegen sind kosteneffizient, langlebig und erhöhen die Lebensqualität für alle Generationen, wenn sie sicher und attraktiv gestaltet und erhalten werden.
Mehr als nur Freizeit: Ein Gewinn für Klima und Gesundheit
Die neue Verbindung spart von Villip aus einen Kilometer (1,5 statt 2,5 km) und reduziert die zu bewältigenden Höhenmeter von 53 m auf 40 m (siehe Karte). Das macht den Weg zum EKZ oder ins Gewerbegebiet auch für Kinder, Pendler oder für einen kurzen Trip in der Mittagspause attraktiv.
Besonders wichtig: Asphaltierte Wege sind barrierefrei. Sie ermöglichen Menschen mit Rollatoren oder (Elektro-)Rollstühlen einen erweiterten Aktionsradius in unserer alternden Gesellschaft.
Zudem ist jeder Umstieg vom Auto aufs Rad ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz. Wir sparen nicht nur klimaschädliches CO₂, sondern reduzieren auch die Belastung durch Feinstaub und Mikroplastik aus Reifenabrieb – einer der Hauptquellen für Plastik in unserer Nahrungskette. Weniger Lärm und weniger Staus sind weitere positive Effekte.
Fazit: Radfahren ist weit mehr als eine reine Freizeitbeschäftigung. Es ist ein zentraler Baustein für den modernen Arbeits- und Alltagsverkehr. Der neue Radweg am Wachtbergring ist ein entscheidender Schritt, um den Umstieg für alle – vom Grundschüler bis zur Seniorin – sicher und attraktiv zu gestalten. Er unterstützt die Klimaschutzziele unserer Gemeinde und macht Wachtberg ein Stück lebenswerter.